News

Juan Diego encores aria in Elisir d'Amore at the Vienna State Opera

8 April 2009

Juan Diego repeated the famous "Una Furtiva Lagrima" in his Vienna State Opera debut in Elisir d'Amore, this past 5th of April. "The applause and shouts of "bis" wouldn't stop, I had to repeat the aria". says the tenor.

Here is a review in german from Die Presse, on April 6th 

Kritik Staatsoper: Aus seiner Kehle strömte pures Gold

Juan Diego Flórez verzaubert in Donizettis „Elisir d'amore“.

Nicht grad ein rechter Sauerampfer, aber ein sehr bescheidenes Weinchen ist es, das Quacksalber Dulcamara als magischen „Liebestrank“ verklopft. Schon 167-mal wurde an der Wiener Staatsoper im von Otto Schenk und Jürgen Rose bereiteten, immer noch liebenswerten Rahmen Nemorino seiner Herzensnöte wegen bedauert. Meist waren in Donizettis sensibel charakterisierender Buffa Tenöre zu hören, die im besten Falle auch noch sonnig-sympathisch tönten, wenn sie sich hörbar über manch gesangliche Klippen hinwegschwindelten.

Doch nur selten weiß einer mit solch vokaler Souveränität und überreichem musikalischen Zauber um Mitgefühl zu heischen wie Juan Diego Flórez mit seiner strahlenden Naturstimme. Zum hell glitzernden Timbre und dem technischen Finish treten so viel Geschmack, Intelligenz und Musikalität, dass seiner Kehle pures Gold zu entströmen scheint.

Zu viel überlegene Eleganz für einen naiven Bauernburschen? Nein, das komödiantische Talent des Peruaners balanciert dies mühelos aus, bringt das Kunststück fertig, dass szenische und musikalische Komponente nicht auseinanderdriften. Wenn er die Zechine ausgerechnet in seinem Haar findet, schon angeheitert mit dem Besen ein Tänzchen wagt, seine Mimik ohne Clownerie jede Empfindung direkt zu verraten scheint, er zuletzt gar erstarkt wirkt – und er nebenbei ohne viel Aufhebens das eine oder andere eingelegte hohe C pflückt wie ein Blümchen am Wegesrand, vereint sich das zum beglückenden, unvergesslichen Rollenporträt.

Zu Beginn des mit nobelster Phrasierung ausgebreiteten „Una furtiva lagrima“ traf Flórez ohne Anschleifen sofort präzis ins Zentrum des heikel zu intonierenden Tons, somit zugleich ins Herz der Stimmung voll hoffnungsumflorter Traurigkeit – die Zeit stand still in einem perfekten Moment. Kein Wunder, dass das Publikum diesen erfühlten, erfüllten Augenblick nicht ziehen lassen wollte, eine Wiederholung erzwang: Was erst schlicht und nachdenklich tönte, erklang nun flehentlicher, mit mehr edlem Pathos, auch dank einer kleinen Verzierung, die der tadellose Solofagottist (gefolgt von den Bläserkollegen) im aufmerksam lauschenden, von Marco Armiliato sicher geleiteten Orchester sofort übernahm. Musik kommt eben vom Zuhören.

Das bereute man grosso modo auch bei der übrigen Besetzung nicht: Erzkomödiant Leo Nucci hatte als Belcore die Lacher auf seiner Seite und seine Zunft auf der Schaufel. Dazu zwei brave Einspringer: Teodora Gheorghiu als interessante Adina; Alfred Sramek (Dulcamara) durfte sich nach schwerer Krankheit wieder in großer Partie feiern lassen. wawe

Flórez an der Staatsoper: „Elisir“ am 8., 12.4.; „Italiana in Algeri“: 16., 19., 22.4.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.04.2009)

back to news
www.decca.com
www.juandiegoflorez.com